Falscher Enkel braucht dringend Geld – Polizei stoppt Betrüger nach Schockanrufen
(Chiasso TI). Die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei teilen mit, dass am 7. Oktober 2026 zwei slowakische Staatsangehörige im Alter von 39 und 28 Jahren, beide wohnhaft in der Slowakei, sowie ein 30-jähriger tschechischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz in Tschechien festgenommen wurden.
Die drei Männer stehen im Verdacht, an Betrugsfällen zum Nachteil älterer Menschen mittels sogenannter „Schockanrufe“ beteiligt gewesen zu sein.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Festnahmen: Drei Männer am 7. Oktober 2026
- Beschuldigte: Zwei Slowaken (39 und 28 Jahre) und ein Tscheche (30 Jahre)
- Vorwurf: Wiederholter Betrug durch sogenannte Schockanrufe
- Masche: Angeblicher Enkel benötigt dringend Geld für medizinische Behandlungen
- Festnahmeort: Chiasso
- Sicherstellung: Bargeld und Wertgegenstände in einem Fahrzeug gefunden
- Weitere Fälle: Mutmasslicher Betrug in Melano und vereitelter Betrugsversuch
- Ermittlungen: Weitere mögliche Taten werden geprüft
Hinweis von Angehörigen führt zu verdächtigem Fahrzeug
Die rasche Meldung von Angehörigen eines Opfers an die gemeinsame Alarmzentrale (CECAL) nach einem Betrug vom 21. September 2026 sowie die unmittelbar eingeleiteten Ermittlungen der Kantonspolizei ermöglichten es, mit technischer Unterstützung der Stadtpolizei Lugano ein verdächtiges Fahrzeug mit tschechischem Kontrollschild zu identifizieren.
Das Fahrzeug wurde am 7. Oktober 2026 in Chiasso von Mitarbeitern des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) angehalten.
Bei der Durchsuchung des Fahrzeugs wurden Bargeld und Wertgegenstände gefunden.
Mutmasslicher Betrug in Melano – Taxifahrer verhindert weitere Tat
Die drei Männer stehen im Verdacht, am Vormittag einen Betrug in Melano begangen zu haben.
Dank einer weiteren Meldung durch einen Taxifahrer und mit Unterstützung der Stadtpolizei Mendrisio konnte zudem ein Betrug verhindert werden, der sich am Nachmittag gerade anzubahnen drohte.
Betrüger geben sich als Enkel mit dringendem Behandlungsbedarf aus
Die Vorgehensweise entspricht einer bereits mehrfach beobachteten Betrugsmasche in ihren zahlreichen Varianten.
In diesem Fall gaben sich die Täter als Enkel aus, der dringend medizinische Behandlung benötige. Sie verlangten von den Opfern nachdrücklich einen hohen Geldbetrag, um die angeblich dringenden Behandlungskosten zu decken.
Indem sie Zeitdruck erzeugten, setzten sie die Opfer unter Druck und brachten sie dazu, ihr verfügbares Bargeld und die zu Hause aufbewahrten Wertgegenstände auszuhändigen. Dabei handelte es sich um mehrere Tausend Franken und verschiedene Schmuck- beziehungsweise Wertgegenstände.
Ermittlungen zu weiteren möglichen Betrugsfällen
Die Ermittlungen müssen nun klären, ob die drei Männer auch an weiteren Betrugsversuchen oder vollendeten Betrugsfällen beteiligt waren, die sich in jüngster Zeit im Kantonsgebiet ereignet haben.
Die Tatvorwürfe lauten auf wiederholten Betrug sowie Widerhandlung gegen das Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration.
Die Haft wurde inzwischen durch den Zwangsmassnahmenrichter bestätigt.
Die Untersuchung wird von Staatsanwältin Veronica Lipari geleitet.
Polizei stellt Zunahme von Schockanrufen fest
Abschliessend weisen die Behörden darauf hin, dass in den vergangenen Wochen eine erneute Zunahme dieser Betrugsmasche festgestellt wurde.
Informationen und Präventionstipps sind auf der Internetseite der Tessiner Kantonspolizei zu Telefonbetrug verfügbar.
Prävention: So schützen Sie sich vor SchockanrufenDie Betrüger setzen gezielt auf Angst, familiäre Bindungen und Zeitdruck. Wer einen angeblichen Notruf eines Angehörigen erhält, sollte deshalb besonders vorsichtig sein.
- Gespräch beenden: Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und legen Sie bei verdächtigen Forderungen auf.
- Selbst zurückrufen: Kontaktieren Sie den betreffenden Angehörigen über eine Ihnen bereits bekannte Telefonnummer.
- Kein Geld übergeben: Händigen Sie unbekannten Personen weder Bargeld noch Schmuck oder andere Wertsachen aus.
- Keine Angaben preisgeben: Verraten Sie Unbekannten nicht, wie viel Geld oder welche Wertgegenstände Sie zu Hause aufbewahren.
- Polizei informieren: Melden Sie verdächtige Anrufe über die Polizeinotrufnummer 117.
- Angehörige sensibilisieren: Sprechen Sie insbesondere mit älteren Familienmitgliedern über diese Betrugsmasche.
Wichtig: Auch wenn eine Stimme vertraut klingt oder der Anrufer persönliche Informationen kennt, ist dies kein Beweis dafür, dass tatsächlich ein Angehöriger am Telefon ist.
Quelle: Kantonspolizei Tessin / Polizei.news
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